Server laufen bei Sulzer Pumpen mit fast 100 Prozent Sicherheit

Dank eines umfassenden Hochverfügbarkeitskonzepts laufen die Systeme in Bruchsal nun mit 99,99 prozentiger Sicherheit ohne Ausfälle. Ein ununterbrochener Betrieb der IT-Systeme ist heutzutage wirtschaftlich von zentraler Bedeutung. Und dennoch liegt es immer noch zu häufig am Ausfall der IT, dass Entwicklung, Produktion oder Fertigung für Stunden lahm gelegt sind.

Sulzer Pumpen (Deutschland) GmbH gehört zur Pumpen Division des Sulzer Konzerns und entwickelt und vertreibt weltweit Kreiselpumpen. Die Kunden kommen aus den Branchen Öl und Gas, Kohlenwasserstoffverarbeitung, Energieerzeugung, Papier und Zellstoff, Wasseraufbereitung und -versorgung sowie aus anderen Industrien.

Großaggregate-Fertigung bei Sulzer Pumps in Bruchsal
Großaggregate-Fertigung bei Sulzer Pumps in Bruchsal
Die verschiedenen Anwendungen, die bei Sulzer Pumpen (Deutschland) GmbH für die tägliche Arbeit notwendig sind, reichen vom SAP ERP System bis hin zu CAD-Anwendungen. Da die meisten Anwendungen auf eigenen Servern vorgehalten wurden, bestand der „Fuhrpark“ in Bruchsal mittlerweile aus 15 Servern. Mit hohem Aufwand für Wartung und Aktualisierung der Systeme: Denn jeder einzelne physikalisch vorhandene Server, der in die IT-Landschaft integriert wurde, musste aufgesetzt, gepflegt, gesichert und in die regelmäßige Wartung übernommen werden.

Nicht nur die Anzahl der zu administrierenden Server, sondern auch die anstehende Modernisierung der IT-Landschaft legte nahe, ein grundsätzlich neues Konzept umzusetzen. „Die Auseinandersetzung mit Aspekten der „Green IT“ waren für mich entscheidend“, unterstreicht Günter Pfeiffer, IT-Leiter bei Sulzer Pumpen (Deutschland) GmbH, die Zielrichtung des Projektes. „Im Gegensatz zu einer rein konventionellen Erneuerung wollten wir neben stärkerer Flexibilität vor allem Energiesparpotentiale nutzen.“ Was in vollem Maße gelungen ist: Die fünf Server, auf denen die virtuellen Maschinen jetzt laufen, verbrauchen erheblich weniger Strom, produzieren weniger Abwärme und rufen entsprechend geringeren Verbrauch für die Klimatisierung der Serverräume hervor. Neben Klimaschutzaspekten konnten große Kosteneinsparungen realisiert werden.

Als Partner entschied man sich für die Schleupen AG, die als VMware VAC Premier Partner über umfangreiches Virtualisierungs-Know-how verfügt. Über den Zeitraum von anderthalb Jahren wurde die gesamte IT-Landschaft modernisiert und zum ausfallsicheren Rechenzentrum entwickelt. „Bis auf den Backup-Server stehen nun alle Maschinen virtuell zur Verfügung“, erläutert Dirk Grabowski, Projektleiter der Schleupen AG, das Resultat. „Eine erhebliche Hardware-Verdichtung, die gleichzeitig das erklärte Ziel „Hochverfügbarkeit“ realisiert, Strom spart und elegant zu warten und zu erweitern ist.“

Hochverfügbarkeit steht an erster Stelle
Sulzer Service Spezialisten gewährleisten höchste Anlagenverfügbarkeit
Sulzer Service Spezialisten gewährleisten höchste Anlagenverfügbarkeit
Ein System ist dann hochverfügbar, wenn mit einer 99,99 prozentigen Wahrschein-lichkeit ein ununterbrochener Betrieb gewährleistet werden kann. Der erste Schritt dahin war die Virtualisierung der vorhandenen Server, die sukzessive vollzogen wurde. Die Server, die das Ende ihres Lebenszyklus‘ erreicht hatten, wurden als erste virtualisiert und auf einem zentralen Rechner zur Verfügung gestellt. „Der Betrieb lief ohne Unterbrechung: Die Anwender haben so gut wie nichts von der Umstellung gemerkt“, berichtet Winfried Reichert, verantwortlich für die Server- und Netzwerk-Infrastruktur. „Wir haben mit den „unkritischen“ Servern begonnen und uns in den anderthalb Jahren des Projekts immer weiter vorgearbeitet. Im März 2010 wurden als letztes die lokalen SAP-Server virtualisiert.“

Virtualisierung mit VMware
Die Entscheidung für VMware stand schon sehr bald fest. Unter anderem weil bei Sulzer bereits ein SAN von EMC im Einsatz und damit die Kompatibilität mit VMware gegeben war. Bei der Integration von VMware und SAN konnten die Zuordnungen und Erweiterungen sehr flexibel gehandhabt werden. Auch die Tatsache, dass das SAN bereits gespiegelt vorhanden war, sprach für die Lösung. Im Verlauf des Projekts wurden alle Server in das Konzept integriert.

Aber auch die anderen Vorteile von VMware wollte man nutzen: Das Management der virtuellen Infrastruktur ist in Hinsicht auf Bedienbarkeit und Administration sehr übersichtlich und umfangreich. Außerdem werden wichtige Funktionalitäten wie die Backup-Lösung, das Patch-Management und das Spiegeln der virtuellen Maschinen mitgeliefert, die in anderen Lösungen nicht enthalten sind.

„Es gab keine Alternative“, begründet Günter Pfeiffer die Entscheidung, „Wir wollten Cluster aufbauen, um die Lastverteilung zu optimieren und die Sicherheit zu erhöhen. Erreicht haben wir eine erhebliche Performancesteigerung und ein ausfallsicheres System.“ Alle virtuellen Server sind im Cluster – also in einem Verbund – zusammen gefasst. Bei besonders hohem Lastaufkommen oder bei Hardwareausfällen verteilen die Systeme die Last untereinander so intelligent, dass freie Kapazitäten auf anderen Maschinen sofort genutzt werden können. Fällt ein System komplett aus, übernimmt ein anderes im Cluster unterbrechungsfrei die Anforderungen – ohne dass der Anwender es merkt. So kann es praktisch nicht mehr zu Stillständen auf Grund von Serverausfällen kommen.

Neue Server können nun mit weniger Aufwand aufgesetzt, geklont und gesichert werden. Eine erhebliche Arbeitserleichterung im täglichen Geschäft der IT-Verantwortlichen.

Eine Sache für Spezialisten: Virtualisierung der SAP-Server
Noch eine weitere Herausforderung wurde umgesetzt: Die Virtualisierung der SAP-Ser-ver. Die Virtualisierung Business-kritischer Funktionen und Applikationen von Dritt-Herstellern ist besonders kritisch, wenn sie eine eigene physikalische Hardware benötigen, auf der sie normalerweise niemals ausfallsicher betreibbar wären. Zwar lag die Freigabe durch SAP vor, aber trotzdem gab es zu diesem Zeitpunkt keine umfassenden Erfahrungen dazu. Die eingesetzte Technologie konnte aber auch in dieser Umgebung punkten. Die SAP-Maschinen wurden problemlos auf einen ESX-Server mit drei Sub-Servern transferiert. Damit wurde der Betrieb des lokalen SAP mit weniger, aber modernerer Hardware im Cluster – und damit ausfallsicher – möglich.

Sogar die Mail- und File-Server sind bei Sulzer mittlerweile virtuell vorhanden. Die Befürchtung, dass insbesondere dann, wenn zeitgleich viele Nutzer auf die Systeme zugreifen, der Durchsatz nicht mehr optimal sein könnte, erfüllte sich nicht.

Sicherheit durch zwei Brandabschnitte
Die virtuelle Infrastruktur wird in zwei getrennten Rechenzentren betrieben. Dazu sind die fünf ESX Host Server an den beiden Standorten verteilt, die auf Basis von EMC Clarion CX3-20 gespiegelt sind. Damit werden auch die Daten redundant vorgehalten: Bei Systemausfällen startet das verbleibende System umgehend und übernimmt die Prozesse. Somit kann Sulzer Pumpen (Deutschland) GmbH zu jedem Zeitpunkt auf ein komplett ausfallsicheres "virtuelles" Rechenzentrum zugreifen.

Weltweiter Einsatz von Pumpen für unterschiedliche Industriebereiche
Weltweiter Einsatz von Pumpen für unterschiedliche Industriebereiche
„Insgesamt haben wir ein außerordentlich erfolgreiches Projekt realisiert“, beschreibt Winfried Reichert, Manager Technical IT bei Sulzer Pumpen, den Verlauf, „Es gab keine Ausfälle, und die Anwender haben von all dem nichts mitbekommen. Durch die gleichzeitige Erweiterung der Plattenkapazitäten und höhere Prozessorleistung haben wir jetzt außerdem genug Puffer, um schnell auf neue Anforderungen zu reagieren.“

Veröffentlichungsdatum: 15.11.2010


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